Mit diesen Worten begann der gemeinsame ökumenische Gottesdienst der Reformierten, Römisch-Katholischen, Viva und Neuapostolischen Kirche. Der See, die Natur und der Himmel bildeten eine besondere Stimmung, um gemeinsam über Freiheit nachzudenken.
Freiheit gehört zu den grossen Sehnsüchten des Menschen. Wir können reisen, unsere Meinung äussern, Entscheidungen treffen und unser Leben gestalten. Dennoch fühlen sich viele Menschen innerlich unfrei. Angst, Erwartungen, Leistungsdruck und die Abhängigkeit von der Meinung anderer können einengen.
Im gemeinsamen Gebet wurde deshalb um Befreiung gebeten: Von der Angst, nicht gut genug zu sein, vom Druck, immer funktionieren zu müssen, sowie von Hass, Verurteilung und Ausgrenzung. Zugleich galt das Gebet den Menschen, die unter Krieg, Gewalt und Unterdrückung leiden, ihre Heimat verlassen mussten oder nicht frei sagen dürfen, was sie denken.
In der Lesung aus dem Galaterbrief kommt zum Ausdruck: «Zur Freiheit hat uns Christus befreit.» Diese Freiheit ist jedoch nicht mit Selbstbezogenheit zu verwechseln. Sie zeigt sich darin, einander in Liebe zu dienen und den Nächsten wie sich selbst anzunehmen.
Auch der Blick auf Menschen in Gefangenschaft und die Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer machten deutlich, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Gerade dort, wo Menschen äusserlich eingeschränkt, bedroht oder ihrer Rechte beraubt werden, bekommt die Frage nach Freiheit eine besondere Tiefe.
Eine weitere Perspektive eröffnete die Frage: Wie kann ein Mensch frei sein, wenn er zugleich von Gott abhängig ist?
Dazu wurde ein Surfbrett mit Segel in die Mitte gestellt. Beim Windsurfen wird das Trapez in den Gabelbaum eingehakt und mit den Fussschlaufen gibt es zusätzlichen sicheren Halt auf dem Brett. Auf den ersten Blick wirken diese Verbindungen vielleicht wie Einschränkungen. Es zeigte aber auf, dass eine Verbindung nicht zwangsläufig unfrei macht.
Die Bindung an Gott kann vielmehr Halt geben, Kraft schenken und Möglichkeiten eröffnen. Sie verhindert Freiheit nicht, sondern kann dazu beitragen, sie in ihrer ganzen Weite zu erfahren. Wahre Freiheit bedeutet deshalb nicht einfach, alles tun zu können, was man möchte, sie ist mit Verantwortung verbunden.
Im Spiritual «Oh Freedom» wurde die Sehnsucht nach Freiheit durch den ökumenischen Ad-hoc-Chor eindrücklich hörbar. Es verbanden sich Stimmen aus den verschiedenen Gemeinschaften zu einem gemeinsamen Klang. Es zeigte sich, Unterschiede müssen nicht trennen. Sie können gemeinsam etwas Neues und Bereicherndes entstehen lassen.
Der Gottesdienst erinnerte daran, dass die von Gott geschenkte Freiheit nicht nur für uns selbst bestimmt ist. So bleibt die Erinnerung an einen besonderen See-Gottesdienst und an eine Freiheit, die trägt, verbindet und neue Möglichkeiten eröffnet. Im anschliessenden Apéro kam es zu vielen schönen Begegnungen.