Jugendliche aus den Bezirken Zürich-West, Zürich-See, Zürich-Oberland, Winterthur und Schaffhausen kamen in Uster zu diesem gemeinsamen Jugendgottesdienst zusammen. Apostel Keller stellte Fragen in den Mittelpunkt, die jeden Christen und jede Christin persönlich betreffen: Was hat Priorität in meinem Leben? Was ist mir wichtig? Was tut mir gut – und was nicht? Verschiedene Übersetzungen desselben Bibelwortes verdeutlichen dabei den Gedanken, sich nicht in das Schema dieser Welt pressen zu lassen. Christen seien eingeladen, bewusst zu prüfen, was ihrer Beziehung zu Gott dient, und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.
Dabei betonte der Apostel, dass die Welt mit ihren Möglichkeiten, Beziehungen und Erfahrungen ein wertvolles Geschenk Gottes sei. Gleichzeitig brauche es die Bereitschaft, Prioritäten zu setzen und das Leben bewusst zu gestalten. Als Herausforderungen unserer Zeit nannte er unter anderem die Tendenz zu vorschnellen Urteilen, Ausgrenzung und die Suche nach einem möglichst unbeschwerten Leben ohne weitergehende Orientierung. Dem stellte er die christlichen Werte von Nächstenliebe, Verantwortung und einer bewussten Beziehung zu Gott gegenüber.
Besondere Bedeutung erhielt in der Predigt das Wirken des Heiligen Geistes. Er helfe, zwischen dem zu unterscheiden, was stärkt, und dem, was vom eigentlichen Ziel ablenken könnte. Das Evangelium Jesu Christi biete Orientierung und ermutige, den Glauben bewusst und mit Vertrauen zu leben.
Der Predigtbeitrag eines Priesters griff die Bedeutung der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Glauben auf. Am Beispiel des Vaterunsers wurde deutlich, wie vertraute Glaubensinhalte durch eigenes Nachdenken und gemeinsames Erarbeiten neu an Tiefe gewinnen können. Bischof André Weidmann unterstrich diesen Gedanken und ermutigte, die persönliche Beziehung zu Gott gerade in Zeiten vieler Veränderungen bewusst zu pflegen.
Einen prägnanten Akzent setzte Apostel Keller mit einem Gedanken von Augustinus, der vor über 1600 Jahren sinngemäss sagte: «Die Menschen sind dazu geschaffen, Gott zu geniessen und die Welt zu gebrauchen. Der Mensch hat diese Ordnung auf den Kopf gestellt. Er will die Welt geniessen und Gott gebrauchen». Unsere Welt mit ihrer natürlichen Schöpfung ist uns zum sorgsamen Gebrauch und somit zur Nutzung und Pflege anvertraut. Christlicher Glaube bedeute aber vor allem, die Gemeinschaft mit Gott bewusst zu suchen, zu pflegen und aus ihr Orientierung, Halt und Zuversicht zu gewinnen. Dies ist ein Genuss für die Seele in einem erfüllten Dasein und in einer lebendigen Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott.
Einen besonderen Höhepunkt des Gottesdienstes bildete die Feier des Heiligen Abendmahls, an der alle Anwesenden teilnehmen durften. Im Anschluss daran wurde das Heilige Abendmahl für Entschlafene gefeiert. Diese besondere Feier findet jeden Sonntag für den gesamten Bezirksapostelbereich jeweils an einem zentralen Ort statt. In der Regel erfolgt dies durch den Bezirksapostel oder bei dessen Abwesenheit durch einen von ihm beauftragten Apostel. In der Vorbereitung erinnerte Bischof André Weidmann insbesondere an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die unerwartet aus dem Leben geschieden sind. Er gedachte der Menschen, die noch viele Perspektiven vor sich hatten und deren früher Tod nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben ihrer Familien und ihres Umfeldes tief verändert hat. Zugleich lenkte er den Blick auf Gottes Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, die Menschen über die Grenzen des irdischen Lebens hinaus Hoffnung schenken.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von einer Jugendband, einem Jugendchor und jugendlichen Solistinnen aus den beteiligten Bezirken gestaltet. Die ausgewählten Beiträge griffen die Gedanken des Gottesdienstes auf und verliehen ihnen zusätzlichen Ausdruck. Alle Mitwirkenden trugen dazu bei, eine konzentrierte und zugleich lebendige Atmosphäre zu schaffen, die von vielen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern als bereichernd erlebt wurde.
Im Anschluss gaben die Jugendverantwortlichen mit einer Video- und Bildpräsentation einen Ausblick auf das Sommer Camp 2027 und informierten die Jugendlichen über das geplante Programm. Danach bot sich bei einem gemeinsamen Mittagessen Gelegenheit zu Begegnung und Gemeinschaft.