Gott verkündigt – erfüllt – erneuert

08.02.2026

„Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues“ (Jesaja 42,9) – dieses Wort aus dem Propheten Jesaja spannt den Bogen von erfüllten bis zu noch ausstehenden Verheissungen wie der Wiederkunft Jesu Christi. Apostel Reto Keller nahm die Gemeinde Pfäffikon ZH mit auf eine geistliche Reise, die deutlich machte, was das Kommen Jesu an Neuem gebracht hat.

Der Gottesdienst begann mit dem eindrucksvoll vom Chor vorgetragenen Lied: „Meine Seele ist stille zu Gott, zu Gott, der mir hilft“ (Psalm 62,2). Dieser musikalische Impuls ist im Wort weiter vertieft worden: In der Stille öffnet sich die Seele – nicht aus sich selbst, sondern weil Gott einlädt. Der Gottesdienst ist dieser heilige Moment, in dem sich der Mensch Gott naht – und Gott dem Menschen dient. Wo Gott spricht, muss alles andere verstummen. „Der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“ (Habakuk 2,20).

Ein Blick auf Apostelgeschichte 17 zeigt: Schon damals suchten die Menschen mit grossem Interesse und auch etwas Neugierde nach Neuem. In Athen traf Paulus auf ein offenes, fragendes Umfeld. Er bezog sich auf den dort aufgerichteten und dem «unbekannten Gott» gewidmeten Altar. Paulus zeigte diesen Gott auf und brachte eine Botschaft, die alles bisher Gedachte überstieg: Der Gott, der alles geschaffen hat, ist Mensch geworden in Jesus Christus. Eine beispiellose Zuwendung – Gott tritt ein in das Leben der Menschen. Eine neue Ordnung für das Heil: Heil in Christus – statt durch das frühere mosaische Gesetz.

Als die Jünger baten: „Herr, lehre uns beten“, sprach Jesus: „Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel …“ (Matthäus 6,9). Gott als Vater anzusprechen – das war neu. Ausdruck einer neuen Qualität der Beziehung, die durch Christus möglich geworden ist.

Mit Christus kam unter anderem der Friede des Auferstandenen in die Herzen der Gläubigen und mit der Ausgiessung des Heiligen Geistes der verheissene Tröster. Alles bewirkt durch Gottes Liebe und Gnade, die als Kraft in unser Wesen hineinwirken. Eine neue Form göttlicher Führung, die zum Ebenbild Jesu Christi und in die ewige Gemeinschaft mit Gott führt. Die lebendige Hoffnung auf das ewige Leben.

Diese Erneuerung geschieht nicht nur im Grossen, sondern ganz persönlich. Wer sich Gott zuwendet, darf erleben, wie innerer Ballast abfällt. Wer Ja sagt zu Gott – ohne „Ja, aber…“ – der öffnet sich für Neues, für Veränderungen und darf auf Gott vertrauen. Dieses Ja ist Einladung und Entscheidung zugleich: Ja zu Gott, Ja zur Schöpfung, Ja zum Neuanfang, Ja zur Vergebung, zur Versöhnung.

Das Neue, das Gott schafft, überfordert oft unser Vorstellungsvermögen – und ist dennoch gewiss. „Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen“ (Jesaja 65,17).

Der Blick auf die Wiederkunft Christi, die Auferstehung und die neue Schöpfung macht klar: Es ist nicht der Mensch, der sich aus sich heraus dafür passend macht – es ist Gott, der an uns arbeitet. Er schafft die Würdigkeit, nicht wir selbst. Er vollendet uns. Unsere Aufgabe ist es, uns formen zu lassen durch Gottes Wort, Gnade und Sakramente.

Dazu gehört: Vergebung zuzulassen – sich selbst und dem Nächsten. Wenn Altes losgelassen werden kann, entsteht Raum für das Neue.

So entsteht schon heute in der Seele eine neue Kreatur in Christus. Der Heilige Geist wirkt – oft im Verborgenen, aber mit bleibender Kraft – und hilft uns zu unterscheiden zwischen dem, was aufbaut, und dem, was bremst.

Ein einfacher, doch tiefgehender Leitsatz fasst zusammen: 
„Das alte Schlechte verlassen wir – das neue Schlechte vermeiden wir. 
Das alte Gute bewahren wir – das neue Gute suchen wir."

So dürfen wir Gott vertrauen: Er erneuert, wenn wir uns ihm anvertrauen und er erfüllt alle seine verkündigten Verheissungen.