Das Evangelium ist die frohe Botschaft von der uneingeschränkten, bedingungslosen Liebe Gottes. Es zeigt: Gott will nicht strafen, sondern erlösen. Er hat einen Heilsplan, der darauf ausgerichtet ist, dass viele Menschen zur Umkehr kommen.
Umkehr ist dabei kein Werk des Menschen. Sie entsteht, wenn Gott wirkt – wenn ER durch sein Wort, seinen Geist und seine Liebe Herzen und Verstand öffnet. So kann sich das Wirken Gottes entfalten: Unwissende finden Erkenntnis, Lieblosen wird Liebe geschenkt, und Ausgegrenzte erfahren Nähe – von der Ausgrenzung zur Umarmung, von der Lieblosigkeit zur Liebe, von der Ferne zur Geborgenheit in Gott.
Doch wo Gottes Wirken sichtbar wird, zeigt sich auch, wie sein Handeln anders ist als menschliches Denken. Wir neigen oft dazu zu sagen: „Ich habe das geschafft.“ Dabei vergessen wir, dass alles Gelingen aus seiner Kraft kommt.
Zuerst steht ER – Gott.
Er war von Ewigkeit her, er ist der Ursprung allen Seins. Von ihm geht alles aus.
Dann kommt SIE – die Welt, die Schöpfung, die er ins Dasein gerufen hat. In ihr offenbart sich seine Liebe und seine Macht.
Darauf folgt ES – das Leben. Das Leben, das Gott geschaffen hat, das wir empfangen dürfen und das über den Tod hinaus besteht.
Erst danach kommst DU – der Mensch, zu dem Gott spricht: „Ich habe dich lieb, du bist mein Kind.“
Und zuletzt ICH – der Mensch, der in dieser Liebe erkennt: Ich darf ein Kind Gottes sein, ich lebe aus seiner Gnade.
Diese Ordnung macht deutlich, dass nicht das Ich im Mittelpunkt stehen soll, sondern Er – Gott.
Ein zentrales Beispiel aus der Bibel ist Jona: Er flieht vor Gottes Auftrag, findet aber im Innern des Fisches zur Umkehr. Gott greift ein, verändert sein Herz – und aus der Flucht wird Bereitschaft, aus dem Widerstand wird Glaube. Auch Zachäus hat Gottes Wirken an sich erlebt und ändert darauf sein Leben. Bereits ein Satz, ja ein einziges Wort, durch das Gott wirkt und Erkenntnis schenkt, kann ein Leben verändern. So wirkt das Evangelium – die stille Kraft Gottes, die Herzen bewegt und zur Umkehr führt.
Jesus hatte Vollmacht, doch er gebrauchte sie immer in der Verbindung zum Vater – der Liebe Gottes – nie zur Machtdemonstration, aber zum Heil für den Menschen. Sein ganzes Wirken zeugte von der Macht der Liebe. Diese Liebe umfasst auch die Verstorbenen: Gott ruft sie zur Umkehr und schenkt ihnen Erlösung und Gnade. So wirkt seine Liebe auch heute über die sichtbare Welt hinaus.
Im Lied „Jesus, remember me“ findet diese Bitte um Erbarmen und Vertrauen ihren Ausdruck – die Gewissheit, dass Christus niemand vergisst und mit seiner Liebe an jeder Seele wirkt mit dem Ziel, sie in seine Gemeinschaft zu führen.
Im Heiligen Abendmahl vor Ort durfte der ganze Bezirk ZH-Oberland die Nähe Gottes erfahren, gestärkt im Willen zu vergeben und Frieden zu finden.
Daran anschliessend spendete der Bezirksapostel die drei Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl. Der Bezirksvorsteher ZH-Oberland und der Gemeindevorsteher von Uster nahmen als Repräsentanten für die Verstorbenen die Sakramente am Altar entgegen.
Lebendig, kraftvoll und mit jugendlichem Elan vom Chor gesungen und vom Orchester begleitet, erklang zum Schluss das festliche Lied „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Ein Gottesdienst, getragen von der Liebe Gottes, endete in Dank, Freude und im Glauben an eine Zukunft mit Christus.